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 Die Geburt eines Engels

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BeitragThema: Die Geburt eines Engels   Sa Sep 20, 2008 4:09 pm

So... Jetzt wollte ich auch mal mein neues Projekt hier rein Stellen. Das ganze verfügt bisher über 4 Kapitel +1 Prolog und hat einen Umfang von 16 Seiten. Ich bin aber noch fleißig am weiterschreiben^^
Bei der Geschichte geht es um ein Mädchen, dass Nacht für Nacht von merwürdigen Träumen heimgesucht wird, an denen sich Stück für Sück kleine oder größere Dinge verändern. Und während die Träume immer anders und Detaillreicher werden verändert sich auch ihr normales Leben im Tag...

Ich stelle erst mal nur kleinere Teile rein, wenns euch interessiert kann ich dann ja auch noch den Rest posten...

Liebster Engel...

Regen, Regen und noch mehr Regen. Seit drei Tagen schüttet es jetzt ununterbrochen. Ein Wunder, dass wir noch nicht ertrunken sind. Doch selbst diese Tatsache kann unsere Stimmung nicht wirklich aufheitern. Während Mirièl ihre CD's schon das vierte Mal in Folge durchhört (und du kannst mir glauben, das sind viele), Odin Bilder zeichnet und Oliver sogar mal ein Buch zum Lernen in die Hand genommen hat, habe ich begonnen zu schreiben.

Ich habe früher oft geschrieben, Geschichten und Gedichte. Ich hatte Ideen im Überfluss und bestimmt tausendmal versucht einen Roman zu schreiben. Nach einigen gescheiterten Versuchen stellte ich fest, dass ich die Realität zu langweilig fand, um darüber zu berichten. Jeder kannte das Leben hier und wenn ich versucht über besondere Menschen in unserer Welt zu schreiben, scheiterte ich daran, dass ich nicht wusste, wie ich einen besonderen Menschen erfinden sollte, wenn ich selbst nicht auf diese Art besonders war. Eine wirklich packende Persönlichkeit, die einen so in den Bann zog, dass sie allein die Geschichte zu etwas Besonderem machte. Also begann ich selber Welten zu erfinden, getrieben von dem Verlangen etwas schreiben zu wollen. Etwas, was die Menschen bewegte, packte, an das sie sich noch lange erinnern konnten. Ich wollte den Menschen etwas sagen, auch, wenn ich nicht genau wusste was. Und im Nachhinein denke ich, dass ich einfach nur gehört werden wollte. Doch auch diese Versuche scheiterten. Eine Geschichte schlief ein, ich wusste nicht mehr weiter oder hatte schließlich wieder eine neue Idee auf die ich alle meine Kräfte konzentrierte.
Doch all diese Ideen, diese Personen waren nie mehr, als ich aus ihnen machte und so wie ich waren sie bei weitem nicht perfekt. Wie sollten Geschichten, die mich selbst nicht genug packten, damit ich ein Ende für sie fand, von anderen auch nur als interessant empfunden werden?

Und irgendwann hatte ich dann keine Ideen mehr. Ich versuchte zu schreiben, doch es funktionierte nicht. Einige alte Ideen fand ich noch immer gut, doch schreiben konnte ich darüber nicht, also hörte ich auf. Ich legte den Stift weg, versteckte meine alten Notizblöcke und schaltete den Computer aus. Ich gab auf.
Anfangs war es nicht so leicht. Ich saß Stunden lang vor einem Fetzen Papier und versuchte ein Thema zu finden, die Ideen zu erzwingen, doch es kam nichts und irgendwann vergaß ich es dann völlig. Ich dachte, es wäre ein für alle Mal vorbei.
Mein Leben ging seine gewohnten Bahnen weiter, ein ewiger Trott ohne Spannung, ohne Ziel. Nur noch selten dachte ich daran, was früher einmal mein größter Wunsch gewesen war.

Zu dieser Zeit begannen meine Träume. Sie waren so lebhaft und so real, dass ich begann in meinem Kopf Worte zu formen um sie anderen zu beschreiben. Es war wie früher, wenn ich eine Geschichte schreiben wollte. Die Worte waren einfach in meinem Kopf, bereit sie aufzuschreiben. Ich begann ein Traumtagebuch zu führen um sie festzuhalten. Es war, als wäre ich jetzt in der Geschichte und eine neue Kraft blühte in mir auf, die alles bunter und fröhlicher erscheinen ließ.
Ich dachte ich wäre der glücklichste Mensch der Erde, bis ich begann meine Träume auch im wachen Zustand zu sehen...

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BeitragThema: Re: Die Geburt eines Engels   Mo Sep 29, 2008 10:53 pm

Ui, also ich will auf jeden Fall mehr lesen.
Die Art und Weise wie der Brief/Tagebucheintrag? geschrieben ist, ist klasse... So... wie es jemand mit diesem Wunsch halt schreiben würde Smile
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BeitragThema: Re: Die Geburt eines Engels   Mo Sep 29, 2008 11:01 pm

Toll! Endlich hat es mal jemand gelesen^^

Freut mich, dass es dir gefällt. Ich denke das erste Kapitel kommt dann auch bald...

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BeitragThema: Re: Die Geburt eines Engels   Mo Sep 29, 2008 11:03 pm

ui, da freu ich mich drauf Very Happy
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BeitragThema: Re: Die Geburt eines Engels   Di Sep 30, 2008 6:25 pm

ohh o.O

Ich finde den Anfang voll schön.. besonders erinnert es mich ein wenig daran, wie ich Geschichten schreibe/ geschreiben habe.
ES gefällt mir wirklich sehr^^
würde mich auf mehr freuen

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BeitragThema: Re: Die Geburt eines Engels   Di Sep 30, 2008 7:00 pm

Hast du aufgehört zu schreiben, oder wieso geschrieben ahbe?

Freut mich echt, dass es euch gefällt. Hier ist dann mal das erste Kapitel:

Was sind Träume?
Sind sie einfach nur Fantasiegespinste, Bilder, die uns unsere größten Wünsche und Ängste zeigen oder einfach nur Erlebnisse aus unserer Vergangenheit widerspiegeln? Ist es die Art unseres Unterbewusstseins mit uns zu reden oder versteckt sich hinter ihnen noch ein höherer Sinn? Können sie uns unsere Zukunft offenbaren oder zeigen sie uns, wie wir wirklich sind?
Ich weiß es nicht, doch eins weiß ich sicher. Entweder meine Träume sind nicht normal oder ich habe fünfzehn Jahre lang anders als alle anderen geträumt und es bloß nie bemerkt. Seid etwa zwei Wochen haben sich meine Träume verändert. Anfangs nur ab und zu, zwischendurch hatte ich auch mal traumlose Nächte, doch inzwischen träume ich jede Nacht das gleiche. Und ich weiß nicht, was es bedeutet.
Es ist ganz sicher kein Erlebnis aus meiner Kindheit und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mir so etwas jemals gewünscht oder mich davor gefürchtet hätte. Ich glaube auch nicht, dass es sich um ein Omen handelt, dass mir meine Zukunft verraten möchte, da ich etwas ähnliches noch niemals in unserer Welt gespürt oder gesehen habe. Doch ich kann an nichts anderes mehr denken und da es bei Albträumen manchmal hilft, wenn man sie jemandem erzählt habe ich beschlossen meine Träume aufzuschreiben, da ich niemanden kenne, dem ich sie erzählen kann. Und auch, wenn ich nicht weiß, wo ich beginnen soll, weiß ich sicher, wie es aufhört. Jede Nacht.

Am Anfang ist da... dieses Gefühl. Ich sehe nichts, doch es ist nicht schwarz, auch nicht weiß und hat auch sonst keine Farbe oder ein Muster. Es ist einfach nichts. Alles, was ich merke ist dieses Gefühl, es ist weder warm noch kalt, es ist ein Gefühl von größtem Vertrauen. Damit meine ich nicht, dass ich mich sicher fühle, auch nicht unsicher, aber ich weiß, dass ich auf es vertrauen kann, wobei ich nicht weiß, ob das Es eine Handlung, eine Person oder sonst irgendetwas ist. Ich kenne es nicht. Aber das Gefühl des Vertrauens ist so groß, dass alles andere verdrängt wird.
Dann beginne ich zu fliegen, es ist, als könnte ich nur mit diesem Vertrauen alles in der Welt erreichen, was ich mir jemals gewünscht hätte. Ich bin auf einmal so glücklich, dass ich beginne zu fliegen. Ich weiß einfach, dass ich fliege auch, wenn ich noch immer nichts sehen kann. Dann öffne ich die Augen und bin zurück in meinem Bett.

Doch es ist nicht nur, dass ich das gleiche jede Nacht träume, ich wundere mich mehr, weil die Träume anders sind, als alles, was ich bisher erlebt habe. Zum einen weiß ich nicht, ob man das Gefühl wirklich vertrauen nennen kann, doch es ist am nächsten dran und außerdem sind die Träume viel intensiver als alles, was ich bisher gespürt oder erlebt habe. Sie verdrängen alles um mich herum und wenn ich aufwache ist es immer noch da, manchmal habe ich einige Stunden später noch immer das Gefühl, ich würde fliegen. Was ist mit mir los?


Ich, der kleine, graue Unglücksrabe

Es war eigentlich ein ganz normaler Tag, als alles anfing. Der Himmel war grau, aber zum Glück regnete es nicht und der merkwürdige Traum dieser Nacht war schnell wieder vergessen. Ich wohnte in einem Heim damals, meine Eltern waren vor vielen Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen und die wenigen Tanten, die ich hatte, wollten mich nicht. Meine einzige Verwandte, der ich wirklich am Herzen lag war meine Großmutter, doch sie war zu alt um mich aufzunehmen, also wohnte ich jetzt schon seit vielen Jahren im Heim.
Ich weiß dass viele Kinder sich unter einem Heim einen ganz schrecklichen Ort vorstellen, wo es nichts gutes zu Essen gibt und die Kinder keine Liebe erfahren, doch mein Kinderheim war ganz anders gewesen. Die Kinder schliefen in kleinen Schlafräumen jeweils zu zweit oder zu dritt zusammen, streng nach Mädchen und Jungen unterteilt. Ich selbst hatte, seitdem meine Freundin Nina vor einigen Wochen adoptiert worden war, ein Zweierzimmer ganz für mich allein. Und Halbsieben klingelte immer eine Glocke, damit wir aufstanden und uns in den großen Waschräumen fertig machten. Dinge wie Shampoo und Haarbürsten lagen dort für jeden Griffbereit auf einem kleinen Schränkchen. Die kleineren wurden von den jungen Aufseherinnen selbst gekämmt und gebadet und um sieben mussten alle beim Frühstück sein. Vor dem Essen sangen wir immer noch ein Lied, darauf legten die Aufseherinnen besonderen Wert, und dann durften wir beginnen zu Essen. An Wochentagen gab es zum Frühstück immer Schwarz- und Mischbrot mit Käse und Wurst. An Wochenenden bekamen wir Brötchen mit Marmelade. Nach dem Frühstück wurden wir immer von einer der Betreuerinnen mit einem Kleinbus in die Schule gefahren, die Älteren mussten aber mit dem Bus nach Hause kommen. Dort machten wir dann als erstes unter Aufsicht Hausaufgaben, es gab Mittagessen und dann durften wir im Garten oder im Gemeinschaftsraum spielen gehen, während die Älteren sich mit Freunden trafen oder in die Stadt gingen. Um sechs gab es täglich Abendbrot, wer dann nicht da war bekam nichts zu essen und je nach Alter wurden dann von sieben bis zehn die Lichter ausgemacht. Das Leben war hart, aber gerecht und keiner von uns beklagte sich jemals. Auch die Betreuerinnen waren nett und geduldig und selbst ohne Eltern hatte ich eine sehr schöne Kindheit.

Es brauchte vier Jahre Überredenskunst, doch irgendwann wurde mir sogar erlaubt jeden Dienstag und Donnerstag nach der Schule gleich zu meiner Großmutter zu fahren. Dies waren die schönsten Tage meiner Woche. Ich ging mit ihr Spazieren, wir backten und kochten zusammen oder sahen uns alte Filme an. Meine Großmutter war einfach großartig im Erzählen von Geschichten aus ihrer Kindheit. Bald kannte ich sie alle schon auswendig, doch trotz allem hörte ich sie immer wieder gern. Ich war immer die beste in Geschichte, denn meine Großmutter hatte sich schon immer für alte Kulturen interessiert und ihr Interesse daran ging mit der Zeit auch auf mich über. Sie war mein großes Vorbild, immer nett, freundlich und geduldig. Wir hatten wirklich viel Spaß zusammen.

Sie war die einzige, die sich wirklich für meine Geschichten interessierte. Ich las sie ihr immer vor und sie wusste immer, woran ich gerade schrieb. Alle meine alten Versuche sammelte sie in einer bunten Mappe auf der mein Name stand und obwohl ich nie etwas wirklich zu Ende brachte war sie ganz stolz darauf, dass diese Mappe immer dicker wurde. Sie ermutigte mich immer weiterzuschreiben und meine Träume zu verwirklichen.


Und dann starb sie. Von einen Tag auf den anderen wachte sie einfach nicht mehr auf. Der Arzt sagte es wäre einfach das Alter gewesen und sie wäre schnell und schmerzlos gestorben, doch auch das tröstete mich nicht. Ich schrieb ein Gedicht zu ihrer Beerdigung. Es war eines meiner letzten Werke.

Großmutter
Ich wusste lange schon,
dass du zwei Flügel hast,
Saßt auf meinem Thron,
Hast dort immer perfekt hin gepasst.

Hab ihn so gut gekannt,
Deinen Heilgen' Schein,
Waren wir verwandt?
Du musstest ein Engel sein.

Warum bist du gegangen,
braucht ich doch dein Licht?
Hier bin ich gefangen,
Seh nie mehr dein Gesicht.
Großmutter.




Als sie dann weg war ist eine kleine Welt für mich zusammen gebrochen. Ich habe mich tagelang auf mein Zimmer verkrochen und geweint. Es war, als hätte ich meine Eltern ein zweites Mal verloren, nur, dass mir diesmal keine Großmutter geblieben ist, die mich getröstet hat. Diesmal war ich wirklich ganz allein.

Ein Paar Tage später ist Nina dann bei mir eingezogen. Sie war ein fröhliches, aufgewecktes Mädchen in meinem Alter. Mit ihr im Zimmer war es schwer weiter Trübsal zu blasen. Sie redete ständig, konnte keine Minute still sitzen und erklärte mich als allererstes zu ihrer neuen besten Freundin. Ich hatte gar keine Chance zu widersprechen, aber irgendwie wollte ich das auch nicht.
Sie war nett und wir machten seitdem alles zusammen. Wir wurden wirklich beste Freundinnen. Egal, wie schlecht es mir gerade ging, sie brachte mich immer zum Lachen. Wir schworen uns Freundinnen auf ewig zu sein. Ihr konnte ich alles erzählen und obwohl sie sehr viel redete behütete sie Geheimnisse wie ein Grab. Im Gegensatz zu mir hatte sie noch viele andere Freundinnen, trotzdem kam ich nie zu kurz.
Manchmal sagte ich ihr, sie wäre mein Engel, den meine Großmutter für mich geschickt hatte, doch sie lachte nur und sagte, wenn einer von uns beiden ein Engel war, dann ich. Und manchmal war ich fast bereit das zu glauben.
Aber auch nur fast.

Es war sehr ungewöhnlich, dass ältere Kinder noch adoptiert wurden, trotzdem malten wir uns natürlich häufig aus, wie es sein würde richtige Eltern zu haben. Doch all diese Träume hatten eines gemeinsam: Wir waren zusammen oder zumindest in der Nähe. An eine Trennung hätten wir nie gedacht.
So war es für uns beide eine Überraschung, als Nina adoptiert wurde. Natürlich freute sie sich und ich bemühte mich, mich mit ihr zu freuen, doch sie würde einige Stunden Autofahrt entfernt von mir wohnen und ich würde sie kaum noch sehen. Sie versuchte auf allerlei Arten mich aufzumuntern, doch seitdem wusste ich, dass ich Unglück brachte. Meine Eltern, Großmutter und jetzt auch noch Nina. Sie alle waren von mir gegangen.
Und weil ich sie nicht damit beschuldigen konnte, sie alle hatten das weder geplant noch so gewollt, begann sich in meinem Kopf eine andere Lösung zu bilden. Eine, die das alles erklären würde.
Ich war verflucht, wo ich hin ging hatte ich immer nur Pech. Niemand mochte mich, niemand wollte mich und wenn ich mal jemanden gefunden hatte, der mir wirklich wichtig war, verschwand dieser. Drei von Vieren waren gestorben, ich war eine Gefahr für die Menschheit. Die anderen wussten das zwar noch nicht, aber sie würden es schon noch herausfinden.

Doch trotz allem, und das mag einigen vielleicht komisch vor kommen, verschwendete ich nie einen Gedanken daran selbst zu sterben. Ich kam noch nicht mal auf die Idee darüber nachzudenken! Meine Großmutter hatte mir ihr Haus und ihr restliches Geld hinterlassen, was die anderen Verwandten wohl sehr erzürnt hatte, doch so genau hatte ich das nicht mitbekommen. Das Geld war unter Verschluss, bis ich achtzehn wurde und das Haus, das stand seit ihrem Tod leer. Ich hatte schon immer einen Ersatzschlüssel gehabt, war aber seit ihrem Tod trotzdem nicht mehr dort gewesen. Nicht mal Nina hatte ich davon erzählt und das sollte schon was heißen.

Der Tag, an dem ich das erste Mal diesen Traum hatte, der mich danach noch Wochenlang verfolgen sollte, geschah dann etwas Merkwürdiges. Als Nina noch hier war hatte ich mir angewöhnt zu Fuß nach Hause zu gehen, da sie der festen Ansicht war, sie wäre zu dick. Das beeinträchtigte zwar nicht ihre gute Laune, aber es sorgte dafür, dass sie recht viel Sport machte, wenn es in den normalen Alltag einzubringen war. Eine dieser Sportlichen Aktivitäten, war das tägliche Laufen von der Schule zum Heim, solange es nicht regnete. Und auch, als sie schon weg war vermied ich es den Bus zu nehmen um nach Hause zu fahren. Zum einen aus alter Gewohnheit und zum anderen, weil ich das Gedränge und die schlechte Luft in Bussen eh nicht ausstehen konnte.
Es war ein Dienstag, die Schule war, wie immer, entsetzlich langweilig gewesen und ich war mit den Gedanken bei dem merkwürdigen Traum der heutigen Nacht, als ich mich auf den weg nach Hause machte. Meine Füße trugen mich ganz von selbst und als ich gerade darüber nachdachte, was es wohl zum Mittagessen geben würde, stellte ich fest, dass ich mich gar nicht mehr auf dem Weg zum Heim befand. Trotzdem kam mir die Straße, durch die ich ging sehr bekannt vor und es dauerte nicht lange, bis ich wieder wusste, wieso. Ich war geradewegs zum Haus meiner Großmutter gelaufen.
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BeitragThema: Re: Die Geburt eines Engels   Di Sep 30, 2008 7:02 pm

so... der Beitrag war zu lang,a lso hier der zweite Teil des ersten Kapitels:

Der Garten war verwildert und die Vorhänge zugezogen, doch es sah noch genauso aus, wie damals, als meine Großmutter noch gelebt hatte. Ich war schon drauf und dran umzukehren und wieder zu gehen, als ich eine Stimme hinter mir hörte.
„Minn? Amina, bist du das? Dich habe ich ja seit Monaten nicht mehr gesehen!“ Ja, ich weiß, was ihr jetzt denkt. Keine Ahnung, was sich meine Eltern bei der Namensgebung gedacht haben. Aber wenn ich Amina schon nicht leiden kann, dann verabscheue ich es, wenn man mich Minn nennt.
Mit einem gequälten Lächeln auf dem Gesicht drehte ich mich langsam zu der Sprecherin um. Es war Frau Jäger, eine alte Nachbarin meiner Großmutter, die früher oft zum Tee vorbeigekommen war. Eigentlich war sie ganz nett, aber sie redete immer so viel! Und sie musste sich über alles und jeden beschweren. Die Jugend von heute („Du bist da natürlich eine Ausnahme“), die Benachteiligung alter Leute („Mal sehen, was die sagen würden, wenn es jetzt wieder Krieg geben würde. Die haben doch alle keine Ahnung!“), die steigenden Preise im Supermarkt („Wie soll eine arme alte Frau wie ich sich da noch über Wasser halten?“), und, und, und...
Meine Großmutter hatte irgendwie den Dreh rausgehabt zu lächeln und den Anschein zu erwecken zuzuhören, während sie eigentlich in ihre Strickarbeiten vertieft gewesen war. Mir war das nie so leicht gefallen.
„Guten Tag Frau Jäger“
„Meine Güte Mädchen, sieht du abgemagert aus! Kriegst du denn in deinem Heim nichts vernünftiges zu Essen? Ich habs ja immer gewusst, dieser Gesundheitswahn kann doch zu nichts gutem führen! Sie dir nur die vielen halbverhungerten Mädchen an! So was ist einfach nicht gesund!“ Gegen meinen Willen musste ich lächeln. Frau Jäger selbst war nicht gerade die dünnste, sie war eine kräftige, kleine, beleibte Frau Mitte 70, die immer in viel zu engen Kleidern und extra orthopädischen Schuhe herum lief und mich dabei immer ein wenig an den tanzenden Elefanten aus dem Karneval der Tiere erinnerte. Sie hatte mir die Kassette mal zu meinem dritten Geburtstag geschenkt, weil ihre kleine Nichte sie nicht haben wollte.
„Komm doch rein! Ich habe gerade etwas gebacken! Solange ich noch am Leben bin wirst du mir nicht verhungern!“ Damit war sie auch schon wieder in ihrem Haus verschwunden und langsam folgte ich ihr. Ich war früher nicht sehr häufig hier gewesen, doch den Weg zur Küche fand man leicht, schon wegen dem Geruch nach frisch gebackenen Plätzchen, der das ganze Haus erfüllte. Und eins musste man Frau Jäger lassen, backen, das konnte sie. Sie hatte früher immer Kekse zum Tee mitgebracht und ich hatte einige mit nach Hause nehmen dürfen, weil Kinder ja mal ab und zu etwas süßes brauchen. Sie war wirklich nett und fürsorglich und in solchen Momenten verstand ich, wieso sie und meine Großmutter so gute Freunde gewesen waren.
Frau Jägers Küche war ein kleiner, gemütlicher Raum mit großen Fenstern zum Garten hin, einem recht alt aussehenden Herd und ohne Geschirrspülmaschine. Das waren so ziemlich die ersten Dinge, die mir auffielen. Am Kühlschrank hing ein Kalender und einige Fotos, die wahrscheinlich ihre restliche Familie darstellten.
„Hier, nimmst du das? Ich komme dann gleich mit dem Tee nach.“ Sie drückte mir eine, von den Keksen angewärmte Platte in die Hand und deutete auf eine Tür rechts von mir. „Da geht’s ins Wohnzimmer.“
Ich nickte und trug die wirklich köstlich riechenden Plätzchen ins Wohnzimmer. Das Wohnzimmer hatte ebenfalls eine Fensterfront zum Garten hin, durch die der Raum stark erhellt wurde. Auf einem flauschigen, dunkelroten Teppich stand ein schwarzes Ledersofa mit bunten Kissen. Direkt davor ein niedriger Tisch mit einem kleinen weißen Deckchen und einigen Fernsehzeitschriften darauf. Die Platte mit den Keksen stellte ich die Ecke des Tischchens um mit einer Hand loslassen zu können, mit der ich dann nach den Zeitschriften angelte um etwas Platz zu schaffen. Die Kekse rutschten zwar gefährlich hin und her, doch zu meinem Glück fiel keiner von ihnen herunter. Als ich die Platte endlich sicher auf den Tisch gestellt hatte nahm ich mir einen Schokoladenkeks und betrachtete das Zimmer etwas genauer. Im Gegensatz zu der Küche sah es richtig modern aus. An der Wand hingen einige schöne, gerahmte Bilder und gegenüber des Sofas stand ein großer Flachbildfernseher. An der Wand Links davon zog sich eine Regalreihe mit jeder Menge Büchern entlang und in der Ecke dazwischen stand eine noch recht neu aussehende Stereoanlage. Die Lampe, die über dem Tischchen hing, hatte einen orangenen Schirm, war allerdings zur Zeit nicht eingeschaltet. In Gedanken griff ich mir noch einen Keks und überlegte, warum jemand, der so einen Fernseher besaß sich keine Geschirrspülmaschine zulegte. Wahrscheinlich lohnte es sich einfach nicht für eine Person...
Mit ihrem eintreten setze Frau Jäger meinem Gedankengang ein Ende. In der einen Hand hielt sie eine dampfende Teekanne und in der anderen ein Tablett mit zwei Tassen und einer Zuckerdose. Die Teekanne stellte sie auf einer kleinen noch freien Ecke des Tischchens ab, genau wie die Zuckerdose. Dann gab sie mir meine Tasse, nahm sich ihre und lehnte das nun leere Tablett gegen das Sofa.
„Dann erzähl mal, wo warst du denn die ganze Zeit?“
Ich nahm einen Schluck aus meiner Tasse und verbrannte mir den Mund. „Ich... Ich war im Heim, wie immer.“
„Aber das wird ja nicht der Grund dafür sein,dass du so lange nicht mehr da warst!“
Und dann begann ich zu erzählen, ich redete mir alles vom Herzen, über das ich die letzten Wochen nachgedacht hatte und, es war wie ein Wunder, sie hörte mir die ganze Zeit aufmerksam zu. Das hatte ich bei Frau Jäger noch nie erlebt! Normalerweise war sie die, die redete. Ohne es zu bemerken hatte ich angefangen zu weinen und die Tränen liefen mein Gesicht herunter. Als ich fertig war schloss ich die Augen, lehnte mich zurück und seufzte. „Halten sie mich jetzt für verrückt?“
„Nein, keineswegs. Ich denke nur, dass du in sehr kurzer Zeit sehr viel durchgemacht hast. Es tut einer Seele nicht gut, wenn sie so aus dem Gleichgewicht gerät und bei dir schien es ja drunter und drüber gegangen zu sein. Du hast innerhalb eines Jahres zwei Menschen verloren, die dir sehr nahe standen. Natürlich fühlt man sich dann schlecht.“
Ich nickte leicht.
„Hier nimm dir noch einen Keks und dann solltest du vielleicht nach Hause gehen. Ich wette die warten schon auf dich.“ Ich lächelte.
„Ja, wahrscheinlich.“
„Hier, nimm dir ein paar Kekse mit und komm mal wieder vorbei!“
„In Ordnung, ich komme ganz bestimmt!“

Irgendwie hatte der Besuch bei Frau Jäger gut getan. Es war das erste Mal, dass ich seit der Beerdigung von meiner Großmutter gesprochen hatte und ich fühlte mich gleich viel leichter. Ja, ich würde wiederkommen, ganz sicher. Schnell nahm ich mir noch einen Keks und verabschiedete mich. Dann machte ich mich auf den weg nach Hause.

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BeitragThema: Re: Die Geburt eines Engels   Di Sep 30, 2008 7:14 pm

Oooh mann, die Hauptperson tut mir echt Leid. Kein schönes Leben =S
Ist aber sehr, sehr gut geschrieben Smile Das Gedicht ist klasse... Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass diese Engel Sache noch eine Rolle spielen wird Smile
Anfangs das Geschriebene gefällt mir auch gut... Die Gedankengänge sind sehr schön beschrieben und die Fragen sind super.
Ihr Name ist ja echt etwas gewöhnungsbedürtig, aber Amina ist wirklich besser als Minn Smile Frau Jäger erscheint mir echt symphatisch, auch wenn sie so eine Quasseltasche ist.
Mein einziges Kritikpunkt ist, dass du die Beschreibung des Wohnzimmers vielleicht etwas in die Handlung hättest einbauen können. Ich weiß, das ist schwer [fällt mir auch nicht gerade leicht], aber es lässt sich leichter lesen, wenn es so eingebunden ist.
Ansonsten aber ein sehr schönes Kapitel Smile
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BeitragThema: Re: Die Geburt eines Engels   Di Sep 30, 2008 8:23 pm

Hey, vielen Dank für den Tip! Ich werde sehen, was ich da tun kann.

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